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So spüren Sie Wissenslücken auf!

Hält man sich vor Augen, wie viel wir in unserem Leben schon gelernt haben, wird einem ganz schwindelig. Dieser Prozess ist nie abgeschlossen, und funktioniert immer nach dem gleichen Schema. In diesem Beitrag bringe ich Ihnen die vier Stufen des Lernens näher, und Sie lernen den wahren Schatz hinter der Theorie kennen. Wer den Artikel zu Ende liest, kann sich noch abschauen, wie man die eigenen Wissenslücken aufspürt.


Sehr viele Lernprozesse gehen unbemerkt durch unser Bewusstsein. Können Sie sich noch an Ihre Fahrschule erinnern? Schauen Sie heute noch bewusst in den Seitenspiegel? Sind Ihnen die vielen Prozesse bewusst, die jetzt gerade beim Lesen dieser Zeilen ablaufen?


Manchmal sind es bestimmte Umstände, die uns dazu zwingen etwas Neues zu lernen. Häufig lassen wir aber Lerngelegenheiten ungenutzt verstreichen oder mogeln uns einfach darüber hinweg.

Ein großer Teil des Lebens besteht daraus, neue Dinge zu lernen und sich neue Fähigkeiten anzueignen. Dabei durchlaufen wir immer 4 Kompetenzstufen. Das Modell der Kompetenzstufen stammt aus der Entwicklungspsychologie und beschreibt die Entwicklung vom inkompetenten zum kompetenten Individuum.

  1. Unbewusste Inkompetenz

  2. Bewusste Inkompetenz

  3. Bewusste Kompetenz

  4. Unbewusste Kompetenz

ELearning-Elearnbox beschreibt hier die vier Kompetenzstufen des Lernens.
ELearnbox: Die vier Kompetenzstufen des Lernens

Unbewusste Inkompetenz

Ihnen ist gar nicht bewusst, dass Sie etwas nicht können


In diesem Stadion ist Ihnen gar nicht bewusst, dass Sie etwas nicht können. Sie sind nicht in der Lage, das eigene Defizit zu erkennen. Unbewusste Inkompetenz ist der erste Schritt des Lernens, und als Kind hatten wir in vielen Lebensbereichen diese unbewusste Inkompetenz. Zum Beispiel wussten wir vielleicht nicht, dass wir nicht Autofahren können. Unbewusste Kompetenzen haben wir aber auch im Erwachsenenalter. Das spüren wir besonders dann, wenn wir eine neue berufliche Aufgabe übernehmen. Sehr schnell wandelt sich dann eine unbewusste Inkompetenz in eine bewusste Inkompetenz. Uns wird also bewusst, dass wir etwas dazu lernen müssen. Dazu gleich mehr.

Unbewusste Inkompetenz drückt sich aber auch dann aus, wenn wir im Erwachsenenalter dazu neigen, unsere eigenen Defizite nicht zu erkennen, uns überschätzen. Hierfür hat sich der populärwissenschaftliche Begriff Dunning-Kruger-Effekt eingebürgert. "Ahnungslos, ohne es zu wissen“ – so umschrieben die Forscher Justin Kruger und David Dunning das Phänomen. Es besagt, dass gerade inkompetente Menschen dazu neigen, ihre eigenen Fähigkeiten zu überschätzen und die der anderen zu unterschätzen. Das Problem an der Sache: Sie merken es nicht, und bleiben damit in der ersten Stufe der vier Kompetenzstufen stecken.

ELearning, ELearnbox: Sorry losers and haters, but my I.Q. is one of the highest- and you al know it! Trump Zitat

Bewusste Inkompetenz

Ihnen wird bewusst, dass Sie etwas nicht können


Aber Einsicht ist der erste Weg zur Besserung! Um diese zweite Kompetenzstufe zu erreichen, fehlt also lediglich die nötige Einsicht. Durch das Erkennen der Inkompetenz sind Sie bereits auf der Stufe der bewussten Inkompetenz, den Lösungsweg haben Sie aber noch nicht parat. Sie wissen jetzt also, was Sie nicht wissen. Das kann gerade in einem neuen Aufgabengebiet zu Stress führen. Wenn sich eine Wissenslücke schließt öffnet sich sogleich die nächste. Jetzt heißt es, nur nicht den Mut verlieren. Am besten man verschafft Sie sich zunächst einen Überblick durch Recherche. Um tieferes Verständnis und Zusammenhänge zu verstehen, empfiehlt sich eine Weiterbildung im entsprechenden Bereich. Mit ein bisschen Ehrgeiz lässt sich die dritte Stufe erreichen: die Bewusste Kompetenz.


Bewusste Kompetenz

Sie haben eine neue Fähigkeit erlernt, müssen aber noch darüber nachdenken


Wenn Sie über genügend Erfahrung und ausreichend Information verfügen, dass Problem bzw. die Aufgabe zu lösen, haben Sie die Stufe der bewussten Kompetenz erreicht. Es fällt Ihnen zwar noch schwer und erfordert Konzentration auf die neue Fähigkeit, aber durch Übung werden sie perfekt. Falsche Übung führt allerdings zu Mehraufwand und Problemen. Falsch eingeübte Gewohnheiten müssen wieder mühsam abgeändert werden. Suchen Sie sich Unterstützung und holen Sie sich Feedback ein um dies zu vermeiden.

Lernen sie aus Ihren Fehlern und bauen Sie Ihren neu erworbenen Wissensschatz weiter aus, so kommen Sie schließlich in die vierte Kompetenzstufe!


Unbewusste Kompetenz

Sie können etwas und führen es ganz automatisch aus


Sie haben bereits so viel praktische Erfahrung Ihren Fähigkeiten gesammelt, dass sie Ihnen in Fleisch und Blut übergegangen sind. Die neuen Fähigkeiten können von Ihnen jederzeit abgerufen werden, oftmals ohne sich dabei besonders konzentrieren zu müssen. Ein eindeutiges Zeichen, für eine unbewusste Kompetenz ist, wenn Sie Ihre Fähigkeiten problemlos weitervermitteln können.


So decken Sie unbewusste Kompetenzen auf


Das Modell macht deutlich, dass der eigentliche Schatz der Übergang von der unbewussten zur bewussten Inkompetenz ist. Hier liegt der Beginn von Lernen und Entwicklung, und damit der Schlüssel zum persönlichen Wachstum.


1. Kritik ernst nehmen: Ist jede Kritik ein Angriff auf Ihre Person, den es zu ignorieren, abzuwehren oder zu verdrängen gilt? Dann ruht Ihr Selbstbewusstsein vielleicht zu sehr auf den Fähigkeiten die Sie haben. Lassen Sie Ihren Stolz und Ihr Selbstbewusstsein darauf ruhen, dass Sie lernfähig, lernbegierig und neugierig sind!

2. Blinde Flecken verkleinern: Blinde Flecken hat jeder von uns. Es macht einen Unterschied, wie wir uns selbst wahrnehmen, und wie andere uns Wahrnehmen. Diese blinden Flecken lassen sich verkleinern, indem Sie Menschen, denen Sie zutrauen es gut mit Ihnen zu meinen einfach fragen: "Wenn es was für mich zu lernen gäbe, was könnte das sein?"

Verstehen Sie dieses Feedback nicht als Frucht, es ist ein Samen den Sie wachsen lassen können.

Das Prinzip dahinter ist das Kommunikationsmodell "Johari Fenster", das die Unterschiede zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung grafisch darstellt. Es wurde 1955 von den US-amerikanischen Sozialpsychologen Joseph Luft und Harry Ingham entwickelt.


ELearning, ELearnbox: Johari Fenster
ELearnbox: Johari Fenster

3. Adaptives Lernen:

Adaptives Lernen bedeutet Anschlusslernen. In ELearning Anwendungen realisiert sich adaptives Lernen durch die Kanalisierung von Lerninhalte. Ist zu einem Thema bereits ein Basiswissen vorhanden, kann diese Lektion gleich überprüft und übersprungen werden. Hat sich der/die Lernende falsch eingeschätzt und der Check verläuft negativ, geht es weiter zu Übungen und Inputs der Basisinhalte. Besonders gute und interessierte Lerner, haben die Möglichkeit Zusatzlektionen freizuschalten. Auf diese Weise lässt sich sehr individuell auf das Vorwissen eingehen. Das spart nicht nur (Lern)zeit, sondern hält auch das Interesse der/des Lernenden aufrecht. Nichts lässt Konzentration und Motivation so schnell absacken wie bereits Bekanntes.

Adaptives Lernen kann in einem Unternehmen aber auch bedeuten, dass Lerninhalte dann zur Verfügung stehen, wenn Sie gebraucht werden, und diese dann auch einfach zugänglich sind. Adaptiv gelernt wird auch durch die Nutzung verschiedener Formate, welche den verschiedenen Lerntypen entsprechen. Durch Videos, Texte, Tabellen, Grafiken, Bilder und spielerische Angeboten ergeben sich für jeden Lerntyp die richtige Kombination.

Adaptives Lernen passt sich also dem Lerner an und nicht umgekehrt


In diesem Sinne, NEVER STOP LEARNING! Ihre Silke von der ELearnbox


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