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Wie Sie Ihre Wettbewerbsfähigkeit durch Wissensmanagement gezielt verbessern

Aktualisiert: 29. Mai 2020

Unternehmen brauchen die Kompetenzen und die Ressourcen, um hinreichend handlungsfähig zu sein. Und erst Wissen macht Unternehmen handlungsfähig. Wissen entsteht erst durch das Zusammenfügen verschiedener Informationen zu Handlungsmustern und führt damit zu praktischen, alltäglichen Anwendungen. Unternehmen, die auf lange Sicht wettbewerbsfähig bleiben wollen, benötigen eine zeitgemäße Form von Wissensmanagement. Um Handlungsfelder im Rahmen Ihres Wissensmanagement für Ihre Organisation abzuleiten, ist es wichtig die Entstehung und Auswirkungen von Wissen zu verstehen. Als wirksames Instrument, hat sich hier die Wissenstreppe erwiesen. Sie dienst als Verortungshilfe von Schwachstellen in der Verteilung und Speicherung von Wissen, und zeigt auf, wo sowohl strategisches als auch operatives Wissensmanagement in der Organisation ansetzen kann.


Die Entstehung von Wissen


Im ersten Teil der Wissenstreppe ist veranschaulicht, wie Zeichen durch ein Ordnungssystem zu Daten werden. Diese werden wiederum zu Informationen, wenn Sie einem Bedeutungskontext (zum Beispiel eine Beschreibung) zugewiesen bekommen. Werden diese Informationen dann individuell und kontextspezifisch verarbeitet und zweckdienlich vernetzt entsteht Wissen. Zwischengeschaltet in diesem Entwicklungsprozess ist immer der Mensch, der Zeichen Bedeutung gibt und aus Informationen Handlungen ableiten kann. Das heißt, einzelne Personen verarbeiten Informationen, um individuelles Wissen zu entwickeln.


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ELearnbox-ELearning: Wissenstreppe nach North 2015

Welche Auswirkungen hat Wissen?


Wird Wissen auf einen bestimmten Anwendungsfall übertragen, so entsteht daraus Können. Aus diesem Können entsteht unter Voraussetzung des Wollens eine explizite Handlung. Denn wenn jemand etwas kann, bedeutet das noch lange nicht, dass er es auch umsetzten wird. Erst wenn eine Person dazu bereit ist das Wissen anzuwenden, können schlussendlich Kompetenz entstehen. Kann eine Organisation viele, einzigartige Kompetenzen vorweisen, ist sie wettbewerbsfähig. Damit ist die höchste Stufe auf Norths Treppenmodell erreicht. Die Treppe stellt also dar, wie Wissen (und das Managen von Wissen) letztendlich zu Wettbewerbsvorteilen führt.

Um nun durch Anwendung der Wissenstreppe tatsächliche Handlungsfelder für das Wissensmanagement Ihres Unternehmens abzuleiten, wird zwischen strategisches und operatives Wissensmanagement unterschieden. Beide sollen ergänzend eingesetzt werden.


Strategisch von oben nach unten

Strategisches Wissensmanagement als „Dynamisierer“

Strategisches Wissensmanagement hat die Aufgabe, Wissen und die Kompetenzen der Organisation, eines Netzwerks oder eines Wertschöpfungs-„Ökosystems“ kritisch zu reflektieren und ihre „blinden Flecken“ zu identifizieren, um handlungsfähig für eine ungewisse Zukunft zu bleiben.


Das strategische Wissensmanagement beschreitet die Wissenstreppe abwärts: Ausgehend vom Unternehmensziel "Wettbewerbsfähigkeit" wird jede Stufe auf ihre Tragfähigkeit hin überprüft, um eventuelle Lücken zu identifizieren. Im Verlauf dieser Analyse können einzelne Stufen auch übersprungen werden.


Beispiel: "Es fehlt an Kompetenz!" In einem Unternehmen zeichnet sich eine Reihe von Terminverzögerungen ab. Etliche Kunden wurden dadurch bereits verloren, die Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens ist in Gefahr.

Geht man nun die Stufen des Wissensmanagement abwärts stellt man fest, dass die Motivation der Mitarbeiter intakt ist, auch das nötige Wissen ist im Unternehmen vorhanden. Die fehlende Stufe ist in diesem Fall der Anwendungsbezug, der vom Wissen zum Können überleitet. Als intervenierende Maßnahme wird eine Fallmappe entwickelt, in der das zur Bewältigung bestimmter Situationen erforderliche Wissen systematisch und Schritt für Schritt bspw. in Form von Checklisten zur Verfügung gestellt wird.


Operativ von unten nach oben


Operative Wissensmanagement zielt darauf ab, das richtige Wissen zur richtigen Zeit am richtigen Ort verfügbar zu machen, um die Mitarbeiter einer Organisation sowie die relevanten Stakeholder im Umfeld der Organisation im täglichen Geschäft zu unterstützen.


Das operative Wissensmanagement geht die Treppe Stufe für Stufe nach oben und ermittelt auf jeder Stufe die erforderlichen Bedingungen für den nächsten Schritt.


Beispiel: "Informationen kommen nicht bei den Mitarbeitern an!" Gehen wir von einem Unternehmen aus, das über ein umfangreiches Datenbanksystem in dem das notwendige Wissen abgespeichert ist. Es stellt sich jedoch heraus, dass Aufgaben immer wieder durch neue Lösungswege umständlich bearbeitet werden, statt sich das nötige Wissen aus der Datenbank zu ziehen. Mit Hilfe der Wissenstreppe lässt sich erkennen, dass die fehlende Stufe hier die Vernetzung der Information ist. Die Datenbank wird aufgrund ihrer Sperrigkeit und Umständlichkeit ungern genutzt. Der Lösungsansatz: Vereinfachung der Softwareoberfläche und Schulung zu deren Handhabung.


Mitarbeiter greifen in Zukunft auf die Datenbank zu, und müssen das Rad nicht immer wieder neu erfinden.


Die Fähigkeit oder Disposition, in einer bestimmten Situation angemessen zu handeln, wird als Kompetenz bezeichnet (North et al. 2018b). Kompetentes Handeln beruht auf der Mobilisierung von Wissen in einem spezifischen Kontext und wird beeinflusst von Haltungen, Gefühlen, Werten und Motivation (OECD 2003).


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ELearnbox: Vorsprung durch Wissensmanagement

Wettbewerbsfähigkeit- Kompetenzen bündeln und erneuern


Wertschöpfung ist das Produkt des Zusammenspiels mehrerer Kompetenzen von Personen, Gruppen, Netzwerken, intelligenten Systemen oder Institutionen auf Basis ihrer einzigartigen Informations- und Wissensressourcen (North und Varvakis 2016). So betrachtet, ist die Wettbewerbsfähigkeit das Ergebnis der Fähigkeit, Kompetenzen so zu bündeln und zu erneuern, dass ein gegenüber der Konkurrenz überlegener oder einzigartiger Kundennutzen geschaffen wird (Hamel und Prahalad 1994; Teece 2009).

Das Wissensmanagement der Zukunft, muss sowohl aus operativer Perspektive die optimale Nutzung von Wissen für das aktuelle Geschäft sicherstellen („Exploitation“) als auch aus strategischer Perspektive das Wissen und die Lernfähigkeit für das zukünftige Geschäft entwickeln („Exploration“) bedienen, um in der VUCA Welt wettbewerbsfähig zu bleiben.


Eure Silke von der ELearnbox

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