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Warum es an Ihnen liegt, ob Ihr Team top oder flop ist.

Aktualisiert: 25. Mai 2020

Die "Selbsterfüllende Prophezeiung"

Gehört haben den Begriff sicherlich viele schon, aber wenn es Ihnen wie mir geht, dann verschwindet so etwas ganz schnell wieder in der Versenkung des Unterbewussten. Für mich Grund genug, das Phänomen heute in Bezug auf Mitarbeiterführung wieder aufzuwärmen. Keine Angst, mein Beitrag ist auch für alle geeignet, die mit Esoterik nichts am Hut haben.



Das Prinzip kurz erklärt: Man hat eine bestimmte Erwartungshaltung, zum Beispiel einem Mitarbeiter gegenüber. Diese Erwartungshaltung beeinflusst unser Verhalten ihm gegenüber. Unser Verhalten ihm gegenüber beeinflusst sein Verhalten uns gegenüber. Hier schließt sich der Kreis, denn das Verhalten des Mitarbeiters uns gegenüber bestätigt was wir uns bereits von ihm erwartet haben.

Im Positiven wie im Negativen.


Der Pygmalion-Effekt


Die amerikanischen Psychologen Robert Rosenthal und Lenore Jacobson konnten den Effekt der "Selbsterfüllenden Prophezeiung" bereits in den 1960er Jahren beobachten. Hierzu führten sie eine Studie an amerikanischen Grundschulen durch.

Die Wissenschaftler wählten einige Schüler zufällig aus und erklärten den Lehrern, dass diese Kinder hochbegabt wären. Es wäre deshalb auch in nächster Zeit mit einer großen Leistungssteigerung zu rechnen. Die Erwartung der Lehrer bewirkte eine Verhaltensänderung gegenüber den Schülern. Sie wurden häufiger gelobt oder kritisiert, die Anforderungen ihnen gegenüber wurde höher.


Nach einem Jahr zeigten Tests, dass genau diese zufällig ausgewählten Schüler ihre Leistung tatsächlich viel stärker steigern konnten als ihre Mitschüler aus der Kontrollgruppe. Benannt wurde diese Studie als Pygmalion-Effekt.


Genau gleich könnte sich dieses Szenario auch mit Ihren Mitarbeitern zutragen.

Bestimmt gibt es in Ihrem Team auch ganz besonders fähige Mitarbeiter und Mitläufer, denen Sie nicht allzu viel zutrauen. Ich lasse Sie einmal mit diesem Gedanken alleine …


Was lernen wir daraus für die Führung?


Trauen Sie Ihren Mitarbeitern viel zu und haben Sie hohe Erwartungen, wird sich dies auch in Ihrem Führungsverhalten bemerkbar machen. Sie werden Ihrem Team freundlich und wertschätzend begegnen, ihnen anspruchsvolle Aufgaben bieten und informell bessere Rückmeldungen geben. Sie glauben an Ihr TOP-Team.

Ihre Mitarbeiter erwarten dadurch auch mehr, sind bereit neue Herausforderungen anzunehmen. Sie spüren, dass Ihr Potenzial erkannt wird, und sind motivierter und engagierter. Eine Aufwärtsspirale wird in Gang gesetzt.


"Selbsterfüllende Prophezeiung" - so besser nicht!


Dasselbe Phänomen in negativ nennt sich übrigens Golem Effekt. Ich bin überzeugt, Ihre Fantasie reich aus sich dieses Szenario auszumalen. Besonders mühsam wird es, wenn Sie Ihren Mitarbeitern so wenig zutrauen, dass die ganze Arbeit an Ihnen hängen bleibt, oder Sie nur mehr Fehler korrigieren. Dann heißt es oft: „Meinen Mitarbeitern kann man nicht alleine lassen, ständig passieren Fehler, sogar die kleinsten und einfachsten Dinge gehen schief.“ Eine nicht selten benutzte Prophezeiung von überlasteten Führungskräften.


Was passiert bei dieser Einstellung: Kontrolle über Kontrolle, auch Details, welche vollkommen unerheblich für den Erfolg des Unternehmens sind, werden unter die Lupe genommen. Eine Kultur des Misstrauens hemmt die Entwicklung des Unternehmens und Ihrer Mitarbeiter.


Zeit, bewusster hinzusehen. Überlegen Sie also genau, wie Sie Ihr Team sehen. Als TOP oder als FLOP, Sie werden in jedem Fall recht behalten.


Alles Liebe

Ihre Silke von der E-Learnbox



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