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Gefahr im Anzug! Wissensverlust im Unternehmen

Aktualisiert: 31. Aug. 2021

Wo bewahrt Ihr Unternehmen eigentlich das geschäftsrelevante Wissen auf? In vielen Unternehmen lagert es noch ausschließlich in den Köpfen der Mitarbeiter. Problem: Alternde Belegschaften und die anstehende große Verrentungswelle, sowie das zunehmende Fluktuationsrisiko gut ausgebildeter Schlüsselkräfte. Das Wissen, das wichtig für den bisherigen Erfolg des Unternehmens war, verlässt inklusive Mitarbeiter bzw. Experten das Unternehmen. Was tun?


Wissen und Erfahrung von Schlüsselkräften haben einen erheblichen Einfluss auf die Wertschöpfung der Betriebe. Das Unternehme dieses Wissen sichern und verteilen, hat erheblichen Einfluss auf ihre Wettbewerbsfähigkeit und den Geschäftserfolg.

Wenn Top Mitarbeiter das Unternehmen verlassen, ist das zunächst nicht an den “Zahlen des Unternehmens sichtbar“.


Durch den Verlust des Mitarbeiters verliert es aber wichtige Erfolgspotenziale, die sich erst in Zukunft auf Entwicklung, Verkaufserfolg oder Wettbewerbsfähigkeit auswirkt. Sobald diese auch in den Zahlen sichtbar werden ist es für ein Gegensteuern bereits zu spät.



Was ist geschäftsrelevantes Wissen?


Geschäftsrelevantes Wissen trägt einen wichtigen Beitrag zur Aufrechterhaltung des operativen Geschäfts und/oder zur Umsetzung strategischer Unternehmensziele bei. Es findet sich zum Beispiel in intelligenten Arbeitsabläufen und Prozessen, in den Betriebs- und Arbeitsmitteln (z. B. in effizienteren Maschinen) oder auch in einer besonderen Unternehmenskultur. Dieses Wissen haben Unternehmen unabhängig von Ihren Mitarbeitern, es bleibt im Unternehmen. Anders sieht es mit dem Wissen, den Erfahrungen und den Fähigkeiten einzelner Mitarbeiter aus. Verlassen diese Mitarbeiter das Unternehmen, geht meist auch das Wissen verloren. Für produzierende Unternehmen sind es oftmals Mitarbeiter aus dem Vertrieb, dem Einkauf und der Entwicklung. Gehen deren Wissen und Erfahrungen verloren, ist kurz-, mittel-, oder langfristig mit deutlich größeren geschäftlichen Einbußen zu rechnen.


5 Folgen von Wissensverlust im Betrieb:


  1. Wissenverlust erhöht die Dauer der Einarbeitungszeiten (z.B. geringerer Output)

  2. Die Qualität des benötigten Outputs wird negativ beeinflusst (z.B. Qualitätsmängel, Fehler)

  3. Auch die Menge des Outputs sinkt (z.B. Stückzahlen, Anzahl Kundengespräche)

  4. Geht Wissen in einem Betrieb verloren leidet darunter auch die Dauer des Leistungserstellungsprozesses (z.B. Termintreue, Doppelarbeiten, Kundengesprächsdauer, Herstellungskosten)

  5. Die Menge des benötigten Inputs/Material (z.B. Verschnitt, Doppelarbeiten, Nachfragen) steigt.

Wissensträger Mensch


Wissen ist an Menschen gebunden. Bücher, Festplatten usw. sind Informations- und Datenträger. Eine kurze Veranschaulichung: Der Abstand zwischen zwei Punkten beträgt 2 Meter. 2 Meter bestehen im ersten Schritt nur aus Zeichen, dem Zeichen 2 und den Entsprechenden Buchstaben. Erst wenn der Mensch diese Aneinanderreihung von Zeichen in einen Kontext bringt, wird eine Information daraus. Werden Informationen in der Praxis angewendet, entsteht Wissen. Zum Beispiel dann, wenn ein Monteur auf der Grundlage des Konstruktionsplans öfters repariert. Wissen "enthält" demnach all das, was in einer Information nicht abgebildet ist oder was sich nicht abbilden lässt – wie beispielsweise Erfahrung, Können oder Expertise.


Explizites und Implizites Wissen

Das Wissen eines Menschen unterteilt sich in Explizites und Implizites Wissen. Dabei macht das explizite Wissen nur einen kleinen Anteil dessen aus was in einer Person vorhanden ist. Der weitaus größere Anteil ist implizites (Unternehmens)wissen.



Von Explizites Wissen spricht man, wenn es dem Experten bewusst vorliegt. Es ist gut kommunizierbar und zugänglich. Dieses Wissen, in Form von Fakten und Fachwissen lässt sich in Konstruktionsplänen, Verfahrensanweisungen, Kundendatenbanken, Gesprächsprotokollen, Dokumenten, Wiki-Artikel und vieles mehr abbilden.

Oft ist es aber auch das implizite Wissen, welches beim Ausscheiden eines Experten spürbar fehlt und schwer zu ersetzen ist.

Implizites Wissen liegt vor, wenn Experten nicht in der Lage sind, spontan zu beschreiben was oder wie sie etwas tun, wie sie zu einer Entscheidung gekommen sind oder wie sie sich dieses Wissen angeeignet haben. Es stellt die Erfahrung, Routine und das Können der Mitarbeiter dar.


Die Schüsselkraft- der Hüter des Schatzes


Wer eine Schlüsselkraft in Ihrem Unternehmen ist, hängt nicht von der Leistung des Mitarbeiters ab. Mitarbeiter mit hoher Leistungsperformance sind nicht automatisch Schlüsselkraft, aber genauso wichtig für das Unternehmen. Es geht hier lediglich um die Arbeitsbereiche, sprich die Positionen, die einen großen Einfluss auf das Geschäft und die Lebensfähigkeit des Unternehmens haben.

Bei produzierenden Unternehmen sind dies vor allem Mitarbeiter aus dem Vertrieb, dem Einkauf und der Entwicklung. Gehen deren Wissen und Erfahrungen verloren, ist kurz-, mittel-, oder langfristig mit deutlich größeren geschäftlichen Einbußen zu rechnen als es beispielsweise bei einem Verlust von Nichtschlüsselkräften der Fall ist.


Risiken abschätzen


Altersrisiko: Wie viele Jahre hat der Mitarbeiter noch bis Renteneintritt? Ein Risiko, das sich ganz leicht über die Personaldaten ermitteln lässt.

Krankheitsrisiko: In manchen Fällen kann es sinnvoll sein, sich einen Eindruck über das Krankheitsrisiko wichtiger Schlüsselkräfte zu machen. Wie hoch ist das Risiko einzuschätzen, dass Schlüsselkräfte wegen Krankheit für längere Zeit oder gar dauerhaft ausfallen?

Fluktuationsrisiko: Verfolgen Sie mögliche Anzeichen für Unzufriedenheit Ihrer Schlüsselkräfte aufmerksam. Unterforderung, Unzufriedenheit, Entwicklungssackgassen oder private Veränderungen, ganz ohne Vorzeichen wechselt selten ein Mitarbeiter seien Arbeitsplatz.

Nachbesetzungsrisiko: In diesem Zusammenhang besteht immer dann Handlungsbedarf, wenn Mitarbeiter über geschäftsrelevantes Wissen verfügen, und durch keinen anderen Mitarbeiter adäquat ersetzt werden können.


Die Identifikation des geschäftsrelevantem Wissens bietet der Geschäftsführung die Chance, dem Wissensverlust rechtzeitig gegenzusteuern.





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